Diese nicht ganz neuen nicht-so-Puritanier

Filed under: Deutsch — Matthias Jenny @ February 3, 2008, 1:26 pm

These New Puritans — das klingt ein bisschen nach der nächsten NME-Hype-Band, dachte ich mir. Die neuen “The”-Bands sind ja langsam out, zumindest haben in meinen Ohren aus der Hype-Periode 2003-2006 nur gerade mal (die ironischerweise US-amerikanischen) The Killers und The National, ohne Schaden am rapiden Wandel der Indie-Musik zu nehmen, so richtig überlebt. “The New Puritans” wäre irgendwie langweilig, doch “These New Puritans” klingt tatsächlich irgendwie neu, während mit der Assoziation mit den “The”-Bands trotzdem mit NME geliebäugelt zu werden scheint. Dachte ich mir.

Ich sollte teilweise Recht behalten. “Beat Pyramid” lässt mit seinem Intro, das zugleich auch Outro ist, den Hörer zwar ein billiges Stück Emocore befürchten, “Numerology (aka Numbers)” hat dann aber einen eindeutigen Post-Punk-Einschlag und erinnert zugleich ein wenig an Mike Skinner. Die geographische Lage stimmt also schon einmal. Dass der Song zumindest bei mir auch üble Erinnerungen an, ähm, Crazy Town weckt, ist schnell vergessen, sobald man so richtig von der stärksten Nummer auf dem Album, “Colours”, mitgerissen wird — und man sich nicht einmal dafür schämt, dass man dazu neigt, beim total doofen Chorus “Gold! Gold! Gold!” mitzulärmen.

Dieser überwiegend positive Eindruck der ersten zwei Lieder bestätigt sich auch beim Rest des Albums, wo man des Weiteren noch Einflüsse von ¡Forward, Russia! und !!! (chk chk chk) heraushören möchte. Vielleicht liege ich aber auch völlig falsch.

These New Puritans führen zumindest als Einflüsse unter anderem Faith No More und My Bloody Valentine auf. Das ändert aber nichts daran, dass diese neuen Puritanier eindeutig der äusserst kreativen Katerphase der “The”-Hysterie zugeordnet werden können. Nu-Rave und Grindie anyone? “C. 16th +-” könnte übrigens ohne Weiteres von Shitdisco stammen, und das nicht nur wegen des dämlichen Titels.

Tags: , , ,